Praxisbeispiel Beleuchtung eines kleinen Ladens

Nov 21, 2012 2 Comments by

Beleuchtung von einen kleinen Laden

Hier ein typisches Beispiel wie es in der Praxis so üblich ist. Die Betreiberin des Mittagsbistros friede, freude,… in Hamburg wollte von mir ihren Laden ausgeleuchtet haben. „Welche Vorstellung sie den habe“ hab ich sie gefragt. „Es soll nicht so teuer sein“ war die Antwort. Das ist die Praxis.

Weil ich aber Bock auf das Projekt hatte, hab ich angefangen nachzudenken, was will und kann ich mit einer Ausleuchtung eines Mittagsbistros mit relativ viel Tageslicht (Südlage) und kleinen Verkaufsbereich erreichen.

Da der Laden von der Straße nicht so gut zu erkennen ist und es nicht möglich ist eine größere Außenwerbung anzubringen, wollte ich auf jeden Fall Licht auch nach außen bringen um Aufmerksamkeit von potentiellen Neukunden zu erzielen. Ziel 1 war gefunden: Neukundengewinnung durch Helligkeit nach außen.

Nächste Überlegung war: „Wenn ein Klamottenladen seine Produkte anstrahlt, damit sie besser wirken, warum soll ich nicht das Essen auf dem Tisch anstrahlen um den Aha-Effekt beim Servieren zu erhöhen?“ Ziel 2: Das servierte Essen in Szene setzen.

Welche Lichtstimmung möchte ich generell wenn ich meine Mittagspause verbringe? Ich denke eine Schummerathomsphäre, wie ein einer Bar, die mich müde macht, ist nicht so geeignet wie eine helle Atmosphäre die belebend gegen die Mittagsmüdigkeit wirkt. Dafür, so hab ich mir überlegt, sind mehrere unterschiedliche Lichtquellen besser geeignet als eine homogene Ausleuchtung wie man sie von Autohäusern oder Discountern kennt. Ziel 3 Helle belebende Atmosphäre mit vielen Lichtquellen.

Grundbeleuchtung durch Pendelleuchten und die LED, Spotbeleuchtung auf die Tische und die Speisekarte wird vom Strahler (versteckt hinter der Voute) angestrahlt. Alle 3 Lichtquelle in der Voute verpaut

Ziel des Architekturkonzeptes war eine professionelle Gestaltung mit 100% iger Individualität und Einzigartigkeit zu kombinieren. Es sollte also weder so aussehen als ob ein sachlicher Architekt es gestaltet hätte, noch eine Hausfrau die keine Ahnung hat. Das sollte sich auch im Lichtkonzept wiederspiegeln. Ziel 4 also: Professionelles Licht ohne große Mätzchen.

Das Verkaufsregal, die Speisekarte und die Kühlschränke sollten ebenfalls verkaufsfördernd angestrahlt werden fand ich. Ziel 5

Der Ladenbauer schlug vor Vouten unter die Decke zu bauen in die innen Leuchtstoffröhren gesetzt werden die indirekt an die Decke strahlen. Wozu? Welches der Ziele konnte man damit erreichen? Keines. Aber ich fand die Vouten als Basis ganz geeignet. Anstelle mit Leuchtstoffröhren ein indirektes Licht zu erzeugen, haben wir in die Hochkante engstrahlende Powerleds eingesetzt, diese auch vorrangig nach draußen gerichtet (Ziel 1 und 4)

Beleuchtung Laden

Kleine Voute mit seitlichen LED und auf die Tische gerichtete Spots.

Über einigen Tischen vor allem im Fenster würden klassische Pendelleuchten gut wirken. Die Auftraggeberin hatte ein paar Designerteile vorgeschlagen worauf ich nur sagen konnte: „ich denke Du hast kein Geld“, ich habe daraufhin welche vorgeschlagen die genauso gut aussehen und ein Bruchteil gekostet haben.  (Ziel 1, 3 und 4)

Da wir die Vouten schon überall hatten haben wir dort zusätzlich doppelte Einbaustrahler mit Halogenniedervolt eingesetzt. Darin ganz ganz engstrahlende Leuchtmittel mit 6° Abstrahlwinkel, die genau auf die Tisch ausgerichtet. Zack. Ziel 2 war super erreicht. Und Ziel 3 wurde ebenfalls durch diese Leuchtmittel unterstützt.

Ziel 5 dagegen war ein Selbstgänger. Glücklicherweise hab ich relativ unauffällige unkonventionelle  (Ziel 4) Strahler gefunden. Diese konnte problemlos an die Vouten montiert werden.

Deutlich zu sehen: angestrahlte Produkte die sich besser verkaufen

Wenn man jetzt den Laden betritt merkt man dass dort ein Lichtkonzept umgesetzt ist. Man sieht es aber nicht. Und das finde ich sollte immer das Ziel sein. Licht und Leuchten sollen sich nicht aufdrängen und vom eigentlich Zweck eines Ladens ablendenen sondern ihn unterstützen. Somit hat das Lichtkonzept zum Gesamterfolg des Ladens beigetragen. Der Laden ist relativ schnell nach Eröffnung recht erfolgreich mit dem MIttagstisch gestartet (Wer MIttags hunger hat und sich in Hamburg in der Nähe der Friedensallee 264 aufhält, sollte mal rumfahren) Besonders bemerkenswert find ich dass man sehr gutes Licht machen kann ohne teure Leuchten zu verwenden. Diese Theorie vertrete ich schon länger aber hier hat es sich sehr plastisch bewiesen: Lieber das Geld in die Planung investieren als in teure Designerprodukte.

 

Allgemein

About the author

Tim Wunstorf ist Experte für gewerbliches Licht.

2 Responses to “Praxisbeispiel Beleuchtung eines kleinen Ladens”

  1. Carmen says:

    Lieber Tim,
    könnten Sie mir freundlicherweise die Bezugsquelle „Kleine Voute mit seitlichen LED“ )kleines Foto in Ihrem Bericht vom 21.11.2012 nennen)? Vielen lieben Dank!
    Carmen

  2. Tim Wunstorf says:

    LIebe Carmen

    sorry dass ich nicht gleich geantwortet hab. In den ganzen Spam gehen die wenigen vernünftigen Kommentare so schnell unter.

    die kleine Voute hat der Ladenbauer aus Holzplatten gebaut und wir haben nur die LED s eingesetzt. Also keine richtige Bezungsquelle.

    Sprich mich sonst direkt an wenn noch Bedarf. Vielleicht können wir was drehen.

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